Förderplanung

Der Weg entsteht beim Gehen. Gedanken zur Förderplanung.

Im Allgemeinen wird der individuelle Förderplan als Planungs- und Reflexionsinstrument für die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit zusätzlichem Förderbedarf definiert. Jedoch gehört die Förderplanarbeit nach wie vor zu den "Problemthemen". Die Notwendigkeit bleibt meist unbestritten. Der Förderplan soll Ziele und Orientierungshilfen für die individuelle sonderpädagogische Förderung beinhalten, die pädagogischen Maßnahmen koordinieren und Absprachen fördern. Als Arbeitsmittel soll er überschaubar und verständlich sein.

Anderseits werden berechtigte kritischen Fragen gestellt, z.B.: Was kann ein Förderplan überhaupt leisten? Kommt es nicht vor allem auf das Aufgreifen von situativen Möglichkeiten an? Werden ausgearbeitete Förderpläne in der Arbeit tatsächlich genutzt? Erweisen sich festgelegte Maßnahmen nicht oft bald als unzureichend oder nicht realisierbar, so dass Pläne zur Schablone werden können? Ist die schriftliche Form nicht eher inhaltlich arm, nicht zu vergleichen mit der gedanklichen Planung?

Einigkeit besteht wohl dahingehend, dass das pädagogische Handeln an Zielen zu orientieren ist und Methoden und Rahmenbedingungen vorbereitet werden müssen. Die konkreten Wege können nur im Groben vorgeplant werden. Wege entstehen jeweils neu dadurch, dass sie von Pädagogen mit dem Schüler gegangen werden. Im psychotherapeutischen Zusammenhang hat Grawe (1988) für diesen Sachverhalt einmal des Bild des Bergsteigers gewählt, der sich einen Weg in einem vorerst noch unbekannten Gelände sucht. Jedes neue Ziel hängt vom zuvor zurückgelegten Weg ab und ist insofern nicht vorher festlegbar. Was den Bergsteiger befähigt, den Weg zu gehen, sind die Antizipation des Ziels, die Mittel, die ihm zur Verfügung stehen, und die früheren Erfahrungen. Der Weg ist zielgerichtet, aber im Konkreten bildet er sich Schritt für Schritt heraus.

Gesamter Text: Der Weg entsteht beim Gehen. Gedanken zur Förderplanung. (pdf-Datei, 291 KB)

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