Handlungsregulation

Erfassung der Handlungsregulation im Unterricht
Info Zur Beobachtung der Handlungsregulation im Unterricht kann der Handlungsregulationsbogen (HRB) eingesetzt werden.
Quelle:
Matthes, G. (1999). Handlungsregulationsbogen (HRB). Potsdam: Univ. 54 S. (Potsdamer Studientexte : Sonderpädagogik ; 21). ISSN 0945-7968

Emmer, A.; Hofmann, B.; Matthes, G. (2000). Elementares Training bei Kindern mit Lernschwierigkeiten : Training der Motivation - Training der Lernfähigkeit. Neuwied; Berlin: Luchterhand, 2000. 322 S. ISBN 3-472-03894-2
Der Handlungsregulationsbogen ist ein einfach handhabbares Verfahren für folgende förderdiagnostische Anliegen:
  • Ermittlung des Förderbedarfs eines Schülers in der psychischen Handlungsregulation beim Lernen,
  • Einschätzung des Entwicklungsstandes selbstregulatorischer Kompetenzen und möglicher Beeinträchtigungen durch Misserfolge,
  • intraindividuelle Vergleiche von Einschätzungen in verschiedenen Lern- und Handlungsbereichen oder zu verschiedenen Zeitpunkten.
Im Handlungsregulationsbogen werden 32 Aussagen (Items) vorgegeben, die zu insgesamt sieben Skalen zusammengefasst werden. Die Items beziehen sich auf Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen des Kindes, wenn es sich mit einer Sache beschäftigt, eine Aufgabe übernommen hat und erledigen oder lösen will. Es soll eingeschätzt werden, wie das Kind in solchen Situationen handelt, d.h., was es denkt und fühlt, wie es sich mit der Aufgabe auseinander setzt. Die Items wurden so formuliert, dass eine Ja-Antwort für eine hohe Merkmalsausprägung spricht.
Skala Sorgfalt
  • legt den Schwerpunkt auf die Erfassung von Sorgfalt, Ordnung, Arbeitsvorbereitung und Planung.
Skala Überwindung
  • schätzt ein, inwiefern die Fähigkeit besteht, sich durch Schwierigkeiten anspornen zu lassen, Schwierigkeiten aktiv zu begegnen, also Überwindungskompetenz zu entwickeln. Dazu gehört auch die Selbstberuhigung, die besonders hervorgehoben wird.
Skala Lageorientierung
  • erfasst die Lageorientierung und emotionale Beeinträchtigung nach Misserfolg. Damit sind hemmende emotionale Auswirkungen von Misserfolgen u.ä. gemeint, d.h. die Störbarkeit (im Sinne einer Handlungslähmung) durch Misserfolge.
Skala Unsicherheit
  • erfasst die allgemeine Unsicherheit und das Perseverieren als Klebenbleiben am Detail infolge von Unsichheit.
Skala Energiedefizit
  • richtet sich auf ein mögliches Energiedefizit und Zögern. Sind hohe Werte gegeben, so zögert oder bummelt der Schüler lange, vermag keinen Beginn zu finden, sucht Hilfe, wartet usw..
Skala Anstrengungsverzicht
  • meint einen Verzicht auf Ausführungsregulation und Anstrengung. Die Skala beinhaltet die fehlende Anstrengungsbereitschaft oder Lernunlust, weil Hoffnung auf Erfolg und Lernfreude weitgehend verloren gingen bzw. nicht entwickelt wurden.
Skala Abhängigkeit
  • kennzeicht das Ausmaß der Abhängigkeit von Werturteilen und Erwartungen geliebter Bezugspersonen. Die Skala tangiert Furcht vor negativen sozialen Bewertungen bei vorhandenen Bemühungen. Sie hat mit den vorher genannten Skalen Lageorientierung bis Energiedefizit gemeinsam, dass der Schüler Misserfolg vermeiden möchte.
Beispiel für eine Einschätzung mit dem Handlungsregulationsbogen
Beispiel für eine Einschätzung mit dem Handlungsregulationsbogen
Anwendung des Verfahrens
Das Verfahren ist für Schulkinder ab dem 2. Schuljahr einsetzbar und auch für Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I förderdiagnostisch brauchbar.
Download Kurzinformation: Handlungsregulationsbogen [(HRB), pdf-Datei, 215 KB]
Download Diagnosebogen Handlungsregulation (pdf-Datei, 346 KB)
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