| Kugler-Erzählanfänge - modifiziert (G. Matthes) |
| Prof. Gerald Matthes SS 2003 Anlage zu den Studienunterlagen Förderdiagnostik |
| Vorbemerkung |
| Den modifizierten Kugler-Erzählanfängen liegt der "Kugler-Erlebnistest" zugrunde (Kugler, 1961 ). Kugler gibt folgende Hinweise für den Versuchsleiter: "Wir versuchen, die inneren Zuständlichkeiten, die in unseren Situationsbeschreibungen bei unserem fiktiven Kind auftreten, möglichst prägnant und anschaulich zu schildern, um damit Erinnerungen des Probanden an ähnliche Erlebnis-lagen wachzurufen. Ja wir versuchen sogar, durch eigene mimische und gestische Darstellungsmittel suggestiv entsprechende Affektlagen entstehen zu lassen". ... "Manche unserer Geschichten sind auch so formuliert, daß eine Beantwortung nur auf eigene Erlebnisse folgen kann. Bestehen diesbezüglich keine Anknüpfungspunkte, so sagen häufig die Probanden, ihnen falle dazu nichts ein. Wir versuchen dann zwar durch Umformulieren der Geschichte die angezielte Erlebnislage hervorrufen, akzeptieren aber schließlich die Äußerungen des Kindes, es wisse dazu nichts zu sagen". "Der Versuch kann bei Kindern im Alter von 4 bis 15 Jahren verwendet werden. Wir gehen dabei elastisch vor, passen unsere Formulierungen jeweils dem Sprachverständnis und der gewohnten Umgangssprache des jeweiligen Kindes an und beachten dabei lediglich den durch die einzelne Geschichte angezielten psychischen Sachverhalt. ... (Wir) greifen uns die jeweils erfolgversprechenden Geschichten heraus, um die Kinder nicht durch die Länge der Untersuchung zu überfordern. Dies gilt besonders für Vorschulkinder". ... Ältere Kinder erkennen den Zweck des Testes, antworten aber meistens trotzdem bereitwillig. Oft erzählen sie sogar ihre "Eigene Geschichte". Nicht auswertbar ist dieser Test, wenn die Anamnese unbekannt ist. Die vorgenommene Modifikation beinhaltet eine wesentliche Verkürzung des Kuglerschen Tests. Wir verwenden statt der 30 Situationen nur 13. Sieben Situationen entsprechen denen des Originaltests völlig, drei wurden modifiziert und drei neu hinzugefügt. Die Anmerkungen in den Klammern nach der Nummer des Erzählanfanges enthalten die Nummer des Erzählanfanges im Kugler-Test und Hinweise auf die Modifikation oder auf einen neuen Erzählanfang. Mit dem modifizierten Verfahren soll das Erleben des Kindes im Zusammenhang mit der Schule untersucht werden. Kugler, der Kinder-Psychotherapeut ist, bezieht möglichst alle Erlebnisbereiche ein. Bei unserer engeren Zentrierung ist ist das Verfahren von psychodiagnostisch und pädagogisch-therapeutisch interessierten und ausgebildeten Sonderpädagogen anwendbar und liegt in ihrer pädagogischen Kompetenz. |
| Instruktion (modifiziert) |
| Wir wollen einmal sehen, ob du Fantasie hast. Weißt du, Dichter müssen Fantasie haben, weil sie sich ihre schönen Märchen und Geschichten ausdenken. Wir wollen jetzt auch einmal eine Geschichte machen. Damit sie dir nicht so schwer fällt, wollen wir uns eine Geschichte von einem Jungen ausdenken. Der Junge soll ungefähr so alt sein wie du. Wie alt bist du? - Also den Jungen lassen wir ... Jahre alt sein. Er geht in die ... Klasse. Manchmal gefällt es ihm in der Schule und manchmal nicht. Mit manchen Kindern verträgt er sich gut, mit anderen nicht so gut. |
| Situationen |
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| Inhaltliche Interpretation |
| Erlebnisbereiche, Gefühle und Gedanken, die durch die Situationen und Fragen angesprochen werden können: 1. Grund der Freude, des Glücks a) Erfreuliche Geschehnisse im Leben des Kindes b) Intentionale Bestrebungen und Wünsche 2. Grund von Ärger, Frust a) Ursachen für Ärger b) Aktive Auseinandersetzung mit Frustrationen 3. Stolz auf sich selbst a) Bereiche mit positiver Selbstwerttönung b) Innere Maßstäbe der Selbstachtung, positive Selbstwerterlebnisse 4. Unzufriedenheit mit sich selbst a) Negative Züge des Selbstbildes, Schuldgefühle b) Erstrebtes Selbstbild, positive Werte c) Selbstwertkonflikte, innere Schwierigkeiten für die Verbesserung des Selbstbildes 5. Unzulänglichkeitsgefühle a) Mißerfolgs- und Überforderungsbereiche b) Aktivposten, Anspruchsniveaubereiche 6. Soziale Isolierung in der Schule a) Ursachen möglicher sozialer Isolierung b) Ablehnende Haltungen gegenüber Mitschülern 7. Stress mit Lehrern a) Ursachen für Gegeneinstellungen gegenüber Lehrern b) Reflektierte Haltung zu den Gegeneinstellungen 8. Positive Schulerlebnisse a) Bereiche positiver Schulerlebnisse und Lernerfahrungen b) Hinweise auf Möglichkeiten, "an das Kind heranzukommen". 9. Negative Schulaerlebnisse a) Mißerfolgserlebnisse im Schulbereich, Schulsorgen b) Nachhaltigkeit der Sorgen, Gründe für Stimmungswechsel? 10. Vertrauenspersonen / Konfliktverlauf a) Verständnisvollerer Elternteil für Schulsogen b) Verlauf von schulleistungsbezogenen Konflikten 11. Schulangst a) Ursachen für Schulangst b) Unbegründete Katastrophenphantasien 12. Bedrängende Konflikte a) Gedanken des Kindes vor dem Einschlafen b) Tagträumerein vor dem Einschlafen 13. Zentrale Wünsche a) Verborgene, gehemmte oder verdrängte Wünsche b) Bewußt geäußerte Wünsche |
| Kugler-Erzählanfänge - modifiziert (G. Matthes) pdf- Datei, 116 KB | |
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