Leitfaden Förderkonzept

Das Förderkonzept umfasst die individuellem Entwicklungsaufgaben, die Förderziele, die Rahmenbedingungen, die Maßnahmen zur Individualisierung im Fachunterricht und pädagogisch-therapeutische Maßnahmen.

Entwicklungsaufgaben


Übersicht über ausgewählte Entwicklungsaufgaben

Förderung der Selbstkontrolle bei Frustrationen

Aufnehmen und Gestalten sozialer Kontakte

Entwicklung von Freude an Lernen und Interessen

Verbesserung der Selbstwirksamkeit (Selbstzutrauen)

Stabilisierung des Selbstkonzepts

Entwicklung kognitiver Reflexivität

Entwicklung von Lernstrategien

Entwicklung von Lern- und Arbeitsgewohnheiten

Verbesserung der Aktivitätsregulation

Verfeinerung motorischer und Wahrnehmungs-Funktionen

Förderung sprachlicher Kompetenzen

Entwicklung elementarer mathematischer Fähigkeiten

Förderung schriftspachlicher Kompetenzen

Erweiterung des Weltwissen und praktischer Kompetenzen

Förderung des konkret-operationalen Denkens


Die Ziele werden so formuliert, dass nachprüfbar ist, ob sie von der Schülerin oder dem Schüler ganz, teilweise oder gar nicht erreicht wurden. Die Schülerin oder der Schüler lernen sich in bezug auf das Erreichen der Ziele selbst einzuschätzen. Dies dient der Motivation, dass die Schülerin bzw. der Schüler sich für die eigenen Lernprozesse verantwortlich fühlen.

Rahmenbedingungen

Hier kann konkretisiert werden, welche Bedingungen der Schüler mit seinen psychophysischen Beeinträchtigungen zur Überwindung der Störung benötigt (z.B. Arbeit mit anschaulichen Modellen, sehr übersichtlich strukturierte und vereinfachende Lernangebote, störungsarme Lernumgebung, kleine Lerngruppen, technische Hilfsmittel, stark individualisierte Aufgabenstellungen, personelle und organisatorische Festlegungen, häufige Bekräftigung, ständige Ermutigung). Wie könnten Eltern als Kooperationspartner gewonnen, Unterstützung und Entlastung für die Familie organisiert und Veränderungen im Umfeld des Kindes herbeigeführt werden?

Übersicht über Rahmenbedingungen bei ausgewählten Entwicklungsaufgaben

Förderung der Selbstkontrolle bei Frustrationen

Aufnehmen und Gestalten sozialer Kontakte

Entwicklung von Freude an Lernen und Interessen

Verbesserung der Selbstwirksamkeit (Selbstzutrauen)

Stabilisierung des Selbstkonzepts

Entwicklung kognitiver Reflexivität

Entwicklung von Lernstrategien

Entwicklung von Lern- und Arbeitsgewohnheiten

Verbesserung der Aktivitätsregulation

Verfeinerung motorischer und Wahrnehmungs-Funktionen

Förderung sprachlicher Kompetenzen

Entwicklung elementarer mathematischer Fähigkeiten

Förderung schriftspachlicher Kompetenzen

Erweiterung des Weltwissen und praktischer Kompetenzen

Förderung des konkret-operationalen Denkens

Individualisierung im Fachunterricht

Gemeinsam mit den Fachlehrern müssen erarbeitet werden

- individuelle Förderschwerpunkte,

- Didaktisch-methodische Maßnahmen zur Gestaltung erfolgsversprechender Lernsituationen (z.B. Empfehlungen für projekt- und lebensweltorientierter Unterricht, Frei- bzw. Wochenplanarbeit, Unterrichtsgänge, Stationsbetrieb etc.)

- Empfehlungen für die Individuelle Förderung im Unterricht durch innere und äussere Differenzierung, Tutorensystem, computergestütztes Lernen, Übung und Nachhilfe usw.

- Methoden und Materialien für die individuelle Förderung,

- gegebenenfalls Veränderungen von Organisations- und Bewertungsformen (individuelle Maßstäbe).

Auch im laufenden Förderprozess müssen Vereinbarungen zur kleinschrittigen Umsetzung der Förderung getroffen werden.

Förderunterricht, spezielle Programme und -methoden und weitere Maßnahmen

Die Differenzierung von Lernangeboten im Klassenunterricht reicht häufig nicht aus, um Kindern mit Lernstörungen effektiv zu helfen. Dann sind zusätzliche Fördermaßnahmen erforderlich, die in eigens einzurichtenden Fördergruppen durchgeführt werden.

Förderunterricht stellt eine Maßnahme zur Differenzierung von Lernangeboten dar, die an die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schüler angepasst werden (z.B. hinsichtlich ihrer Schwierigkeit und der Art ihrer Vermittlung).

Förderprogramme sind wenigstens teilweise erprobte Maßnahmesysteme, z.B. zur Förderung der kognitiven und sprachlichen Entwicklung, des Lern- und Arbeitsverhaltens, des Verhaltens bei Konflikten. In stets individualisierter Form können sie im Förderunterricht, der Individualisierung des Regelunterrichts und anderen Organisationsformen realisiert werden.

Pädagogisch-lerntherapeutische Methoden sind planmäßige und vielfältig kombinierbare Verfahren zur Erreichung bestimmter Ziele bei der Überwindung der Lernstörungen. Sie können in der Individualisierung des Regelunterrichts und im Förderunterricht eingesetzt werden.

Weitere Maßnahmen können z.B. in der Elternberatung, der sozialen Gruppenarbeit, Hausaufgabenhilfe, außerschulischen Therapieprogrammen u.a.m. bestehen.

Zugeschnitten auf den Fall können in der Rubrik „Förderunterricht, spezielle Förderprogramme und -methoden und weitere Maßnahmen“ können Planungen erfolgen für:

1. Förderunterricht

2. Förderprogramme

3. Pädagogisch-lerntherapeutische Fördermaßnahmen

4. Weitere Maßnahmen

Förderunterricht

In relativ geschlossenen Programmen strebt der Förderunterricht ein besseres Lernausgangsniveau für ganze Lernbereiche an. Vorüberlegungen gelten

- der Zusammenstellung der Fördergruppen; Entscheidung über Organisationsformen, Ziele und Inhalte; Sicherung der personellen, zeitlichen und räumlichen Voraussetzungen.

- der klaren Definition der Aufgaben von Klassen-, Fach- und Förderlehrerin und Absprachen zur gegenseitigen Information über die Lernfortschritte und Schwierigkeiten der Kinder.

- der Bestimmung der Förderziele (Inhalte und Strategien, die bei einem bestimmten Schüler eine Schlüsselfunktion für das weitere Lernen erfüllen). Die Förderziele sollen in der Form konkreter Lernaufgaben und angestrebter Verhaltensmerkmale operationalisiert werden, einschließlich der Festlegung von Kriterien zur Bestimmung von Lernfortschritten.

- der Grobplanung der Ziele, Inhalte und Methoden der einzelnen Förderabschnitte.

Förderprogramme

Beispiele:

1. Kieler Leseaufbau (Dummer-Smoch & Hackethal. Verlag Veris). Der Kieler Leseaufbau ist ein Leselehrgang, der in kleinsten Schritten vom Leichten zum Schweren führt. Er teilt sich in 14 Stufen, die unterschiedlich lange bearbeitet werden (insgesamt etwa 60 Stunden). Dabei werden Probleme isoliert und einzeln bearbeitet.

2. Morphemorientiertes Rechtschreibtraining (Walter u.a., 1995)

3. Zahlbegriffstraining u.a.m. (Moog & Schulz, 1999).

4. Denktraining (Klauer, 1989).

5. Lernfähigkeitstraining (Emmer, Hofmann & Matthes, 2000). Das Lernfähigkeitstraining ist ein Strategietraining. Die Ziele bestehen in der Förderung von allgemeinen Strategien des Handlungsregulation beim Lernen.

6. Motivationstraining (Emmer, Hofmann & Matthes, 2000). Inhaltliche Schwerpunkte des Trainingsprogramms sind das Anspruchsniveau, die Selbstbewertung und das Erleben von Selbstwirksamkeit.

7. Training für aufmerksamkeitsgestörte Schüler (Lauth & Schlottke, 1998)

8. Training mit Jugendlichen (Petermann & Petermann, 1996)

9. Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (z.B. Döpfner, Schürmann & Frölich, 1997)

10. Training mit überaktiven Kindern (Krowatschek, 1995)

11. Training mit sozial unsicheren Kindern (z.B. Petermann & Petermann, 1994)

Hinweise auf pädagogisch-therapeutische Maßnahmen

Übersicht über ausgewählte Hinweise auf Fördermethoden

- Zielsetzungsverhalten
- Allgemeine Motivationshilfen,
- Verdeutlichen und Feiern von Erfolgen,
- Bearbeitung und Förderung des Lernerlebens

- Allgemeines zur Vermittlung von Lernstrategien
- Metakognitive Strategien lernen
- Bewusste Überwindung von Schwierigkeiten
- Entspannung, Konzentration

- I: Motorische, sensomotorische und Wahrnehmungsförderung in ausgewählten Schwerpunkten
- II. Förderung der Sprache und der kommunikativen Fähigkeiten, Sprachförderprogramme mit unterschiedlichen Schwerpunkten
- III. Spezifische Förderung in Lesen- und Rechtschreiben
- IV. Mathematikförderung, Zahlbegriffstraining u.a.m.

Schwerpunkt: Förderung der Motivation und Überwindung von Misserfolgsorientierung und Vermeidungsverhalten